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„Nazi“-Jagd im Hörsaal„Nazi“-Jagd im Hörsaal Am Dienstag, den 01.11., fand im Rahmen einer Erstsemestervorlesung der Politikwissenschaft eine Störung durch eine Gruppe Maskierter statt. Diese stürmten in die Vorlesung, verteilten Flugblätter und lasen diese den Studenten und dem Dozenten mittels eines Megafons vor. Das Flugblatt, das dem RCDS vorliegt, beginnt mit „Vorsicht Neonazi“ und erläutert im Folgenden, dass sich im Hörsaal ein gewalttätiger „Neonazi“ befinde. Zum Schluss wird dazu aufgefordert diesem „keine ruhige Minute“ zu lassen und „Nazis aus der Deckung“ zu holen. Dabei zeigten sie auf einen Kommilitonen, der sich im hinteren Bereich des Vorlesungraumes befand. Bedauerlicherweise schritt der anwesende Dozent nicht ein.
Diese Aktion ist, zusammen mit dem Flugblatt, in unseren Augen nichts anderes als die gezielte Diffamierung eines Studenten in Gegenwart seiner Kommilitonen und der Aufruf kann zu einem hohen Grad durchaus als Anstiftung zu Gewalttaten verstanden werden. Zu keinem Zeitpunkt erläuterten die Maskierten wie sie auf die Vorwürfe kamen oder woraus die unterstellte Gewalttätigkeit sich ergeben solle. Die Gruppe Maskierter hat genau das Verhalten an den Tag gelegt, dass sie dem vermeintlichen Neonazi unterstellen wollen. Dies zeigt mal wieder, wie gering die Unterschiede im linken und im rechten politischen Extremismus sind. Der RCDS Greifswald spricht sich ganz klar gegen politische Diffamierung und Verfolgung in den Räumen der Universität aus und lehnt jegliche politische Gewalt, komme sie nun von rechts oder von links, entschieden ab, weil sie nicht zu den Mitteln eines modernen Rechtsstaates gehört.
Der Webmoritz berichtete inzwischen auch von dem Vorfall. Dort hieß es, dass einige Anwesende das Vorgehen als kritisch bezeichnet hätten. Im persönlichen Gespräch mit dem RCDS stellte sich heraus, dass ein Großteil zunächst einmal geschockt war und dieses Vorgehen strikt verurteilte.
Verschiedene Ansichten zu haben, gehört zu einer funktionierenden Demokratie, niemals aber dürfen dabei Einzelpersonen persönlich geschädigt werden. Das Vorgehen vom Dienstag geht in den Augen des RCDS Greifswald eindeutig zu weit! |
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